Innovationsmanagement 2.0 Dr. Patrick FRITZ

18Mai/106

Stage-Gate und Scrum – Ideale Ergaenzung oder Widerspruch?

Nach einem Gespräch mit meiner Kollegin Julia Schneider vom Forschungszentrum für Produkt- und Prozessengineering schreiben wir demnächst folgende Master Thesis aus. Wie ist eure Meinung dazu? Lassen sich Stage-Gate und Scrum auf einen gemeinsamen Nenner bringen?

Für viele Unternehmen sind innovative Produkte der beste Garant für Gewinn und Wachstum. Allerdings ist es eine komplexe und herausfordernde Aufgabe, hochwertige Produkte in kurzer Zeit zu entwickeln und erfolgreich auf dem Markt einzuführen.

Um diese Aufgabe angemessen bewältigen zu können, haben viele Unternehmen (ca. 50 % in den USA) ihre Produktentwicklung nach einem Stage-Gate-Prozess organisiert. Der Stage-Gate-Prozess zerfällt in wenige, meist fünf bis sieben Phasen, die sogenannten Stages. Ein entstehendes Produkt durchläuft nacheinander alle diese Stages von der Idee bis zur Markteinführung. Die Stages stellen sicher, dass alle erforderlichen Entwicklungsaufgaben in hoher Qualität durchgeführt werden. Zwischen den Stages finden die sogenannten Gates statt, bei denen ein Entwicklungsprojekt auf seine Attraktivität untersucht wird. Die Gates gewährleisten, dass unprofitable Projekte aussortiert und nur attraktive Projekte vorangetrieben werden. Durch die sequenzielle Anordnung der Phasen steht der Stage-Gate-Prozess zwar in dem Ruf, eher langsam zu sein. Der Vorteil dieses Prozesses ist aber, dass sich Entwicklungsrisiken besser beherrschen lassen, als es bei anderen Ansätzen der Fall ist.

In jüngster Zeit ist aber zu beobachten, dass sich in der Produktentwicklung agile und iterative Vorgehensweisen mehr und mehr durchsetzen. Scrum ist beispielsweise eine dieser agilen Methoden, die in der Software-Entwicklung zum Einsatz kommt. Scrum basiert auf der Grundannahme, dass eine Produktentwicklung sehr komplex und nur schwer planbar ist. Daher wird ein stark vordefinierter Prozess wie der Stage-Gate-Prozess es ist, von vorneherein abgelehnt. Stattdessen wird die Entwicklung Schritt für Schritt für jeweils überschaubare Entwicklungsaufgaben geplant, durchgeführt, überprüft und gegebenenfalls angepasst. Diese Zyklen von Planung, Durchführung, Überprüfung und Anpassung sind sehr kurz (meist ca. 4 Wochen) und wiederholen sich daher sehr häufig, bis eine Entwicklung abgeschlossen ist. Der Vorteil dieses Vorgehens in kurzen und häufigen Zyklen liegt darin, dass durch die vielen schnellen Feedbackschleifen ein intensiver Lernprozess stattfindet und auf auftretende Probleme unmittelbar reagiert werden kann. So wird es möglich, dass schnell, flexibel und produktiv entwickelt werden kann.

Es verwundert nun nicht, dass aufgrund der Vorteile viele Unternehmen versuchen, Scrum und den Stage-Gate-Prozess trotz ihrer Gegensätzlichkeit gemeinsam anzuwenden und zu integrieren. Offen ist in Theorie und Praxis aber die frage, ob diese zwei Ansätze zusammengeführt werden können, und falls ja, wie diese Integration aussehen könnte. Die Master Thesis soll einen Beitrag zur Klärung dieser Fragen leisten. Insbesondere soll ein Vorgehensmodell entwickelt werden, das – falls dies überhaupt möglich ist – beide Ansätze integriert.

17Mai/100

Neue Plattform – Neues Design – Neue Inhalte

Der Frühjahrsputz im Innovationsmanagement 2.0-Blog ist hiermit abgeschlossen. Was erwartet euch?

  • Neue Plattform: Der Umzug auf die eigene WordPress.org Installation ist geglückt. Hiermit habe ich volle Kontrolle über alle wichtigen Bestandteile einer modernen Kommunikationsplattform. Angefangen beim RSS-Feed mit dem ihr ständig auf dem Laufenden bleiben könnt, sowie dem täglich aktuellen Newsletter direkt in eure Inbox. Schöne Verbesserungen im Detail stellen die Navigationshilfe am oberen Rand neuer Beiträge dar (Breadcrumps), sowie der Verweis auf ähnliche Beiträge am unteren Rand von allen Posts.
  • Neues Design: Das langweilige Standard-Wordpress Design ist Geschichte. Mit dem neuen Theme möchte ich euch auch was fürs Auge bieten. Natürlich spielt dabei der Usability-Aspekt eine große Rolle. Die wichtigsten Blog-Elemente, wie z.B. Suche und Top-Beiträge, sind direkt ersichtlich und helfen bei der übersichtlichen Navigation durch die Inhalte.
  • Neue Inhalte: Die bisherigen Beiträge haben großteils ein Update erhalten. Es gibt keine Beiträge mehr mit fehlerhaften Links, alles ist auf dem neuesten Stand. Insbesondere möchte ich auf die Beiträge der einzelnen PBL-Session hinweisen, die ich um zahlreiche Inhalte erweitert habe. Hier z.B. schöne Beiträge zu den Themen Open Innovation und Lead User.

Ganz besonders freue ich mich auf euer Feedback! Was ist gut? Was ist weniger gut? Was sind konkrete Verbesserungsvorschläge. Mein Ziel ist relevante Inhalte zum Themenbereich Innovationsmanagement 2.0 zur Verfügung zu stellen und euch damit für eure tägliche Arbeit zu inspirieren.

14Jul/080

Evaluation der Lehrveranstaltung „Innovationsmanagement 2.0“

Wie beim Feedback zu Session 6 angekündigt, stelle ich nach Abschluss der Lehrveranstaltung das gesammelte Feedback online. Dabei ist das Feedback jeder einzelnen Session enthalten, welches ich in Form einer KVP-Liste (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) zusammengetragen habe. Die folgenden Fragen wurden an die Teilnehmer gerichtet:

  • Was war an der jeweiligen Session gut?
  • Was war weniger gut?
  • Welche Maßnahmen leiten sich daraus ab?

Diese vereinbarten Maßnahmen sind hier einsehbar: KVP-Liste (Stand 14. Juli). In Ergänzung zu meinen Ausführungen in "Feedback zu Session 6" möchte ich einige Erkenntnisse aus der Evaluation herausarbeiten bzw. kommentieren.

  • "Die Abwechslung macht's", der Wechsel zwischen verschiedenen Lehr- und Lernformen hat sich eindeutig bewährt und ist aus meiner Sicht in Zukunft verstärkt auszubauen. Neben der PBL-Methode habe ich zwei Gastvorträge, kurze Video-Sequenzen und Podcasts in den Unterricht einfließen lassen. Weitere Anregungen sind jederzeit erwünscht!
  • Positiv bewertet wurde die Zuordnung von Name und Foto zu Beiträgen der Teilnehmer (z.B. bei Podcasts oder Protokollen). In diesem Zusammenhang ist meine Interpretation folgende: Kooperative Arbeitsformen wie beispielsweise Projektarbeit werden als sinnvoll erachtet, dennoch ist die individuelle Beurteilung und Würdigung von Leistung erwünscht. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass sich ein "zu viel" an Projektarbeit und entsprechender Teambeurteilung negativ auf die Motivation auswirkt. Nach dem Motto: "Toll Ein Anderer Macht's (TEAM)".
  • Außerdem wurde eine Audioaufnahme von Step 7 angeregt. Ich könnte mir diese Maßnahme sehr gut vorstellen, jedoch nicht anstelle eines Podcasts. Dieser bringt den Vorteil, dass sich Teilnehmer mit der Arbeit bzw. dem Protokoll eines Kollegen beschäftigen müssen und daraus eine (unterhaltsame) Produktion gestallten müssen. Der dabei entstehende Lerneffekt ist aus meiner Sicht nicht zu unterschätzen.
14Jul/080

Moderationstipps fuer PBL

Im Rahmen der letzten Feedbackrunde wurde ich gebeten einen Beitrag mit Moderationstipps zu verfassen. Hier einige Anregungen:

  • "Visualisieren. Präsentieren. Moderieren" target="_blank">Visualisieren. Präsentieren. Moderieren" von Josef Seifert ist mein persönlicher Literaturtipp zur Moderation. Hierzu sind auch zahlreiche Exemplare in der FH-Bibliothek erhältlich.
  • Die Knill+Knill Kommunikationsberatung hat unter dem Titel "Moderieren-aber wie?" einen kurzen, knappen Leitfaden zum Thema verfasst.
  • Im Problem Based Learning Leitfaden der FH Vorarlberg sind auf Seite 13-14 wichtige Aufgaben des Gesprächsleiters enthalten, hier ein kurzer Auszug:
    • Tagesordnung festlegen
    • Prüfen, ob Absprachen eingehalten wurden
    • Einleitung zu den entsprechenden Themen
    • Auf die Zeit achten
    • Das Wort erteilen, damit jedes Gruppenmitglied zum Zug kommt
    • Strukturierung der Sitzung durch regelmäßige Zusammenfassungen
    • Eingreifen, wenn vom Thema abgeschweift wird

Weitere Anregungen bitte als Kommentar hinterlassen...

14Jul/080

8. Lehrbeauftragtenkonferenz für Transdisziplinäre Lehrveranstaltungen

Auf der diesjährigen Lehrbeauftragtenkonferenz für Transdisziplinäre Lehrveranstaltungen am 25. Juni 2008 wurde ich aufgefordert Feedback zu meiner Lehrveranstaltung "Innovationsmanagement 2.0" zu geben. Hier ein Auszug aus dem Protokoll:

FRITZ Patrick - FP
Innovationsmanagement 2.0
Ziel dieser LV war es, den Studierenden Schnittstellen zwischen Technik und Wirtschaft näher zu bringen. FP zeigt sich von den Studierenden begeistert. Unterrichtsergebnisse wurden direkt veröffentlicht, dzt. ca. 100 Besucher/Tag - hier ebenfalls gutes Feedback (http://innovationsprojekt.com/). Die TN kamen aus den Studiengängen Mediengestaltung, Mechatronik und Betriebswirtschaft; auch Incomings waren dabei. Die Blockveranstaltung hat sich gut bewährt, Niederschlag auch in erfreulich hohen Anwesenheitszahlen. Die Studierenden waren gut vorbereitet. Der Unterricht war PBL-mäßig aufbereitet (gute Vorarbeit zusammen mit Gunther Olsowski!). Im WS 2008 wird FP wieder die TLV "Innovationsmanagement 2.0" abhalten.

23Jun/080

Feedback zu Session 6

Wie gewöhnlich habe ich zur letzten Session Feedback meiner Studenten eingeholt, hier ein erster Einblick:

 

  • Es wurde der Wunsch geäußert die Lehrveranstaltung (LV) Innovationsmanagement sowohl ins Betriebswirtschaft-Studium zu integrieren, als auch weiterhin als transdisziplinäre LV anzubieten. Aus meiner Sicht fördern Lehrinhalte wie zum Beispiel der Innovationsprozess oder agiles Projektmanagement eine prozessorientierte Betrachtung der betrieblichen Abläufe ganz entscheidend.
  • Außerdem wurde angeregt das Thema Risikomanagement (am Beispiel eines konkreten Falles) ins Curriculum aufzunehmen. Da ich kommendes Semester einen Teil des Projektmanagement-Moduls halten werde, habe ich den Wunsch bereits auf meiner Liste notiert.
  • „Strukturierung sehr gut“ meint, dass sich der Einsatz von MindMaps mit Beamer für die PBL Steps 1-5 sehr gut bewährt hat. Eine vergleichbare Vorgehensweise für das kommende 3. Semester BW ist empfehlenswert.

Nach Abschluss der Lehrveranstaltung (kommenden Donnerstag) werde ich das gesammelte Feedback online stellen und sofern von allgemeinem Interesse weiter ausführen.