Start der Lehrveranstaltung ins Wintersemester 2008/09

Vergangenen Donnerstag startete die Lehrveranstaltung Innovationsmanagement 2.0 ins neue Wintersemester 2008/09. Hier das Wichtigste im Überblick:

Die Teilnehmer stelten sich mit einem kurzen Steckbrief vor, der folgende Punkte beinhaltet:

  • Name, Studiengang und Semester
  • Was verbinde ich mit Innovationsmanagement?
  • Warum habe ich diese Lehrveranstaltung gewählt?
  • Was würde ich meinen Kollegen von einer erfolgreichen Lehrveranstaltung erzählen?

Sollten noch Fragen zur Lehrveranstaltung offen sein, stehe ich natürlich zur Verfügung (Kontaktdaten).

Fortfuehrung der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung „Innovationsmanagement 2.0“ wird auch kommendes Semester wieder stattfinden! Somit könnt ihr euch auch weiterhin auf spannende Beiträge rund um das Thema Innovationsmanagement freuen. Natürlich sind zahlreiche „Innovationen“ für das kommende Semester in Planung 😉

Evaluation der Lehrveranstaltung „Innovationsmanagement 2.0“

Wie beim Feedback zu Session 6 angekündigt, stelle ich nach Abschluss der Lehrveranstaltung das gesammelte Feedback online. Dabei ist das Feedback jeder einzelnen Session enthalten, welches ich in Form einer KVP-Liste (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) zusammengetragen habe. Die folgenden Fragen wurden an die Teilnehmer gerichtet:

  • Was war an der jeweiligen Session gut?
  • Was war weniger gut?
  • Welche Maßnahmen leiten sich daraus ab?

Diese vereinbarten Maßnahmen sind hier einsehbar: KVP-Liste (Stand 14. Juli). In Ergänzung zu meinen Ausführungen in „Feedback zu Session 6“ möchte ich einige Erkenntnisse aus der Evaluation herausarbeiten bzw. kommentieren.

  • „Die Abwechslung macht’s“, der Wechsel zwischen verschiedenen Lehr- und Lernformen hat sich eindeutig bewährt und ist aus meiner Sicht in Zukunft verstärkt auszubauen. Neben der PBL-Methode habe ich zwei Gastvorträge, kurze Video-Sequenzen und Podcasts in den Unterricht einfließen lassen. Weitere Anregungen sind jederzeit erwünscht!
  • Positiv bewertet wurde die Zuordnung von Name und Foto zu Beiträgen der Teilnehmer (z.B. bei Podcasts oder Protokollen). In diesem Zusammenhang ist meine Interpretation folgende: Kooperative Arbeitsformen wie beispielsweise Projektarbeit werden als sinnvoll erachtet, dennoch ist die individuelle Beurteilung und Würdigung von Leistung erwünscht. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass sich ein „zu viel“ an Projektarbeit und entsprechender Teambeurteilung negativ auf die Motivation auswirkt. Nach dem Motto: „Toll Ein Anderer Macht’s (TEAM)“.
  • Außerdem wurde eine Audioaufnahme von Step 7 angeregt. Ich könnte mir diese Maßnahme sehr gut vorstellen, jedoch nicht anstelle eines Podcasts. Dieser bringt den Vorteil, dass sich Teilnehmer mit der Arbeit bzw. dem Protokoll eines Kollegen beschäftigen müssen und daraus eine (unterhaltsame) Produktion gestallten müssen. Der dabei entstehende Lerneffekt ist aus meiner Sicht nicht zu unterschätzen.

8. Lehrbeauftragtenkonferenz für Transdisziplinäre Lehrveranstaltungen

Auf der diesjährigen Lehrbeauftragtenkonferenz für Transdisziplinäre Lehrveranstaltungen am 25. Juni 2008 wurde ich aufgefordert Feedback zu meiner Lehrveranstaltung „Innovationsmanagement 2.0“ zu geben. Hier ein Auszug aus dem Protokoll:

FRITZ Patrick – FP
Innovationsmanagement 2.0
Ziel dieser LV war es, den Studierenden Schnittstellen zwischen Technik und Wirtschaft näher zu bringen. FP zeigt sich von den Studierenden begeistert. Unterrichtsergebnisse wurden direkt veröffentlicht, dzt. ca. 100 Besucher/Tag – hier ebenfalls gutes Feedback (http://innovationsprojekt.com/). Die TN kamen aus den Studiengängen Mediengestaltung, Mechatronik und Betriebswirtschaft; auch Incomings waren dabei. Die Blockveranstaltung hat sich gut bewährt, Niederschlag auch in erfreulich hohen Anwesenheitszahlen. Die Studierenden waren gut vorbereitet. Der Unterricht war PBL-mäßig aufbereitet (gute Vorarbeit zusammen mit Gunther Olsowski!). Im WS 2008 wird FP wieder die TLV „Innovationsmanagement 2.0“ abhalten.

Innovation und Technik

Dem Beispiel von Lina und Juliane folgend, hat Mirjam einen Blog-Beitrag zum Thema „Innovation und Technik“ verfasst:

Technische Innovationen werden weitgehend von der Mikroelektronik bestimmt, sie bildet die Basis für die meisten technischen Entwicklungen, vom PC über Steuerungen, Nachrichtentechnik bis hin zur Autoelektronik. Die rasante Entwicklung beeinflusst alle technischen Bereiche.

So entwickelt sich die Speicherkapazität in den letzten 15 Jahren um den Faktor 1000 bei weitgehend gleichbleibenden Kosten pro Chip. Hand in Hand mit der Speicherentwicklung geht auch die Entwicklung der Prozessorleistung. Hier zeichnet sich eine Steigerung um den Faktor 100 ab.

Mit den derzeit bekannten Technologien lassen sich deutliche Steigerungen in Packungsdichte und Geschwindigkeit erzielen. Bei dieser Entwicklung drängt sich die Frage auf, wo die Grenzen sind. In Forschungslaboren wird an der sogenannten Single- Device- Technologie gearbeitet. Dabei wird versucht ein Speicherelement mit nur einem Elektron zu realisieren. 1970 waren dazu noch 10Millionen Elektronen notwendig, heute kommt man mit 10.000 aus. Sollte es gelingen mit einem Elektron auszukommen könnten Speicherbausteine mit einem Terabit realisiert werden. Bisher bekannte Technologien sind dann ausgereizt, aber es ist nicht gesagt, dass man mit anderen Verfahren und Speicherstrukturen nicht noch weitere Schritte in Richtung höherer Speicherdichte und höherer Prozessorleistung machen kann.

Heute wird häufig von der Informations- oder Wissensgesellschaft gesprochen. Dabei greifen wir zurück auf eine Untersuchung des sowjetischen Wissenschaftlers Kondratieff, die von Leo A. Nefiodow vorgestellt und um einen Zyklus, den fünften Kondratieff, ergänzt wurde. Kondratieff weist nach, dass es lang anhaltende Wirtschaftszyklen gibt, die von einer neuen Technik bestimmt sind und die vorhergehende Technik ablösen. Damit reduzieren sich auch die Arbeitsplätze der alten Technik und werden durch neue ersetzt So löste das Industriezeitalter die Landwirtschaft ab und wird nun vom Informationszeitalter verdrängt. Die Hoffnung, die in dieses Modell gelegt wird, besteht darin, dass die Arbeitsplätze, die durch Rationalisierung und Automatisierung wegfallen, durch neue Arbeitsplätze der Informationsgesellschaft ersetzt werden. Wenn wir zurücksehen, dann erkennen wir, wie viele Arbeitsplätze durch Software und bessere Hardware ersetzt wurden.

Wir müssen also davon ausgehen, dass sich die Struktur unseres Arbeitsmarktes ändert und uns auf diese veränderte Situation einstellen. Dabei werden laufend neue technische Berufe definiert. Diese Berufe verlangen allerdings eine relativ hohe Qualifikation. Technologische und wirtschaftliche Entwicklungen führen aber nicht nur zu Arbeitsplätzen mit anderen Qualifikationen, sondern durch Änderungen in den Organisationen auch zu neuen Formen der Arbeitswelt. Die Informationsgesellschaft führt auch zu einer Veränderung der Arbeitswelt, der Firmenorganisation und somit der Arbeitsplätze.

Diese Veränderungen der Märkte führen in den Unternehmen zu einer Veränderung im Verhalten, während früher Produkt- und ingenieurorientiert gedacht wurde und Kapazitätsbeschaffung sowie Aufbau von Produktionsmitteln und Logistik die wesentlichen Aufgaben waren, muss heute vor allem markt- und kundenorientiert agiert werden. Marktanforderungen wie Bedürfnisse, Probleme und Wünsche unserer Kunden, marktorientierte Gestaltungsinstrumente sowie Problemlösungen und Kundennutzen treten immer mehr in den Vordergrund. Zunehmende Konkurrenz und globale Märkte mit unterschiedlichster Ausprägung zwingen uns dazu, immer schneller und marktnäher zu handeln. Die Notwendigkeit, schnell und flexibel zu handeln, und zwar global mit Ausrichtung zum Kunden, führt zwangsläufig zu einer Veränderung der Organisation und der Unternehmenskultur. Man geht zunehmend weg von der starren, funktionsorientierten Organisation zu einer flexiblen Form, die mehr nach Projekten orientiert ist. Viele Firmen befinden sich sogar bereits auf dem Weg zur nächsten Stufe, bei der einzelne Gruppen oder Mitarbeiter nur noch temporär zu Projekten zusammengeschlossen sind. Die Zusammenarbeit ändert sich dabei rasch je nach Anforderung. Es können die unterschiedlichsten Mitarbeiter, Firmenteile oder auch verschiedene Firmen lokal oder über Netz für eine bestimmte Zeit ein virtuelles Team bilden.

Für diese Arbeitswelt benötigen Mitarbeiter die Fähigkeit zum selbständigen, lebenslangem Lernen, Bereitschaft zur Eigenverantwortung und die Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten.

Value Innovation – Alte Paradigma Durchbrechen – Fallbeispiel Cirque du Soleil

(Quelle: Flickr)

Ebenso wie Lina hat Juliane Reichart, Austausch-Studentin aus Deutschland, einen Blog-Beitrag zum Thema „Value Innovation – Alte Paradigma Durchbrechen – Fallbeispiel Cirque du Soleil“ verfasst:

Seit Michael  Porter  gelten  die  genaue  Analyse  des Marktes  (Value  Chain)  und  die Wahl  der  richtigen  Normstrategie  (Differenzierung/Kostenführerschaft)  als  der  Erfolgsgarant  bei  Produktneueinführungen.  Wird  darüber  hinaus  auch  noch  die  Normstrategie  mit  der  Kernkompetenz  des  Unternehmens  abgeglichen  (Hamel/Prahalad),  so steht dem profitablen  Wachstum des neuen Produktes nichts mehr im Wege. Jedoch zeigen  viele  aktuelle  Unternehmensuntersuchungen  (Appendix I), dass erfolgreichen Manager  ein  anderes  Unternehmensverständnis aufweisen, als jene, die diesem Paradigma verhaftet sind.

Ein  neues  Innovationsmodell  des  erfolgreichen Management  ist  die  ‘Value  Innovation‘.  ‘Value  Innovation‘  bezeichnet  ein  neues  Produkt/Dienstleistung,  das/die  durch  einen Nutzen  ein  bisher  vernachlässigtes  oder  noch  nicht  wahrgenommenes  Kundenbedürfnis  befriedigt.  Dieses  Model  kann  Unternehmen  über  die  standardmassigen  Grenzen  ihrer  Unternehmensbranche  hinausschauen  lassen  und  ihre  eingeschränkte  Sichtweise  auf  ein  innovatives  Produkt  überwinden.  Im  Gegensatz  zu  der  konventionellen  Industrie,  sind diese Unternehmen nicht  bereit gegenwärtige Spielregeln, die ihre Märkte kennzeichnen, hinzunehmen.

Die Grundidee bei der ‘Value Innovation‘ ist es, systematisch die  gelernten  Spielregeln  der  Märkte zu hinterfragen und sie zu verletzten. Ein Fallbeispiel  hierzu ist der Cirque du Soleil  (Appendix  II);  welcher  sich  in  allen  Unternehmensaspekten  von  dem  traditionellen  Zirkus  verabschiedet  hat,  jedoch  ein  Zirkus  bleibt.  Dabei  versuchte  das  Management  konsequent  folgende Aspekte zu beachten:

  • Sucht immer wieder neuen Nischen, um nicht ein Produkt (Show) anzubieten, welche  (s) schon auf dem Markt ist.
  • Neudefinition der Zielgruppen nach dem Prinzip der ‘Blue Ocean Strategy‘ (Appendix  III). Es spricht erwachsene, gebildete, anspruchsvolle Opern‐ und Musical‐Liebhaber  an bzw. weckt neue Bedürfnisse und schafft einen neuen Zirkusnutzer.
  • Schon mit dem Blick  in die Zukunft vor 50  Jahren, wussten sie, dass es einen Trend  geben  wird,  bei  dem  es  negative  Promotion  von  Tierschützern  geben wird. Das  forderte eine Antwort wie man Zirkus ohne Tiere bieten kann –  innovative Antwort:  Einbindung von Musical‐Elementen, Theater und Live Musik.

Mit diesen Aspekten (neue Zielgruppen, substitutive Industrien, Nischen, Trends) können gezielt  Anregungen für neue, innovative Produkte gesucht werden, die auch einen neuen Wert (Value)  beinhalten.

APPENDIX I
„In befragten Unternehmen, die sich aus 30 Industrien rekrutierten, zeigten 86 %  aller  neuen  Produkt‐  bzw.  Serviceeinführungen  eindeutige Merkmale einer Me  Too  Strategie.  Lediglich  14  %  der  Neueinführungen  boten  dem  Käufer  einen  deutlichen  höheren  Nutzen  als  vergleichbare  Angebote.  Wir  nennen  solche  Neueinführungen künftig Value Innovation.“

APPENDIX II
„Cirque du Soleil  (französisch  für Zirkus der Sonne)  ist ein Zirkusunternehmen  aus Montreal  in  Kanada.  Gegründet wurde  es  1984  von  den  Straßenkünstlern  Guy Laliberté und Daniel Gauthier. Das Unternehmen beschäftigt weltweit etwa  3800 Menschen, davon knapp 1000 Artisten. Es hat  einen Wert von über einer  Milliarde  Dollar.  Cirque  du  Soleil  zeigt  eine  moderne  Form  von  Zirkus.  Er  verzichtet  auf  klassische  Zirkuselemente wie  Tiernummern  und  Sägemehl  und  bietet stattdessen eine Mischung aus Artistik, Theaterkunst und Livemusik.“

APPENDIX III
„Blue Ocean  Strategy  is  a  business  strategy  book  that  promotes  a  systematic  approach „for making  the competition  irrelevant.“  It contains retrospective case  studies  and  suggests  theoretical  approaches  to  creating  „blue  oceans“  of  uncontested market space ripe for growth.“

QUELLEN
http://www.thenicecompany.de/valueinnovation.pdf
http://www.zephram.de/blog/tag/blue‐ocean‐strategy
http://de.wikipedia.org/wiki/Cirque_du_Soleil
http://de.wikipedia.org/wiki/Blue_Ocean_Strategie

Download: Value Innovation [PDF]

Feedback zu Session 6

Wie gewöhnlich habe ich zur letzten Session Feedback meiner Studenten eingeholt, hier ein erster Einblick:

 

  • Es wurde der Wunsch geäußert die Lehrveranstaltung (LV) Innovationsmanagement sowohl ins Betriebswirtschaft-Studium zu integrieren, als auch weiterhin als transdisziplinäre LV anzubieten. Aus meiner Sicht fördern Lehrinhalte wie zum Beispiel der Innovationsprozess oder agiles Projektmanagement eine prozessorientierte Betrachtung der betrieblichen Abläufe ganz entscheidend.
  • Außerdem wurde angeregt das Thema Risikomanagement (am Beispiel eines konkreten Falles) ins Curriculum aufzunehmen. Da ich kommendes Semester einen Teil des Projektmanagement-Moduls halten werde, habe ich den Wunsch bereits auf meiner Liste notiert.
  • „Strukturierung sehr gut“ meint, dass sich der Einsatz von MindMaps mit Beamer für die PBL Steps 1-5 sehr gut bewährt hat. Eine vergleichbare Vorgehensweise für das kommende 3. Semester BW ist empfehlenswert.

Nach Abschluss der Lehrveranstaltung (kommenden Donnerstag) werde ich das gesammelte Feedback online stellen und sofern von allgemeinem Interesse weiter ausführen.

Start von Session 5 „Open Innovation“

Zum Start von Session 5 eine kurze Definition, damit wir alle vom gleichen sprechen…

Open Innovation ist die Öffnung des Innovationsprozesses von Unternehmen und damit die aktive strategische Nutzung der Außenwelt zur Vergrößerung des eigenen Innovationspotentials. Der Begriff Open Innovation ist zurückzuführen auf Henry Chesbrough (Haas School of Business/University of California, Berkeley).
(Quelle: Wikipedia)

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