Wo liegen die Innovationen der Zukunft?

Durch einen Beitrag im MindSharing Blog (der inzwischen offline ist) bin ich auf die Studie „Top 12 Areas for Innovation through 2025“ der Firma Social Technologies aufmerksam geworden. Wie der Name schon sagt, wurde dabei versucht die Top 12 Bereiche für technische Innovation bis 2025 vorherzusagen. Kaum geschrieben muss ich auch schon hinterher werfen, beim Wort „vorherzusagen“ werde ich einfach stutzig. Ich bin kein großer Fan von Zukunftsforschern und deren Arbeit, wer soll schon schließlich wissen was bis ins Jahr 2025 passiert? Dennoch an dieser Stelle deren Ergebnisse in aller Kürze:

  1. Personalized medicine
  2. Distributed energy
  3. Pervasive computing
  4. Nanomaterials
  5. Biomarkers for health
  6. Biofuels
  7. Advanced manufacturing
  8. Universal water
  9. Carbon management
  10. Engineered agriculture
  11. Security and tracking
  12. Advanced transportatio

Soweit so gut, was mich in diesem Zusammenhang jedoch wirklich interessiert ist die Frage: „Wer ist im Unternehmen für Innovation verantwortlich?“. Nicht zu Unrecht wird in diesem Blog die Frage gestellt, ob Innovationen die Aufgabe des Produktmanagements sind. Aus meiner Sicht wird diese Aufgabe in vielen kleineren bis mittleren Unternehmen den besten Technikern übertragen, da ihnen sozusagen die Umsetzungskompetenz in die Wiege gelegt ist. In größeren Unternehmen bildet sich häufig eine eigene Stelle heraus die hauptsächlich mit der organisatorischen Dimension der Innovation betraut ist. Die vorliegenden Innovationsprojekte werden dabei sozusagen durch Innovationsprozess geschleust. In der Literatur hingegen liest man häufig (ein wenig idealisierend) davon, dass Innovation Aufgabe des ganzen Unternehmens sein sollte. Dabei frage ich mich immer, wer macht da noch das Tagesgeschäft (JA das gibt es auch noch 😉 Soweit zu meinen Erfahrungen, wie seht ihr die Sache?

Kampf dem Motto: „Geiz ist geil!“

Gewerkschaften werden nicht nur hier zu Lande häufig als ungemein „weltfremd“ dargestellt, die zudem höchst „fragwürdige Lohnforderung“ stellen. Das dem nicht immer so sein muss war unlängst in der TAZ zu lesen:

Die IG Metall hat erstmals in der Tarifrunde 2006 das Thema Innovationen unter dem Motto „Besser statt billiger“ aufgegriffen. Die Gewerkschaft weiß: Innovationen durch neue Produkte oder verbesserte Dienstleistungen sind für viele Betriebe Grundlage des Unternehmenserfolgs.

Dieser grundlegenden Aussage nicht genug, geht es mit einem konkreten Vorschlag weiter:

Innovationen können einen Ausweg aus den oft desaströsen Preiskämpfen am Markt darstellen. (…) Während oftmals Veränderungen nur genutzt werden sollen, um Kosten zu senken, kann mit den Beschäftigten gemeinsam ein Innovationsmanagement betrieben werden (…).

„Besser statt billiger“ scheint mir die einzige gangbare Alternative an Hochlohnstandorten zu sein. Deshalb schließe ich mich dem Vorschlag der IG Metall an und plädiere dafür, gemeinsam mit den Angestellten ein zielgerichtetes Innovationsmanagement zu betreiben.

Wie bestimme ich den Innovationstyp meines Unternehmens?

Ein Artikel von Alexander Gerybadze auf www.innovation-aktuell.de hat mich dazu angeregt für euch eine Anleitung zu schreiben wie ihr den Innovationstyp eures Unternehmens bestimmen könnt. Der Artikel ist inzwischen leider nicht mehr kostenlos zugänglich, deshalb „nur“ ein Link auf das Portal. Grundsätzlich unterscheidet Gerybadze zwischen drei Innovationstypen:  Produkt-, Prozess- und Serviceinnovation. Mir gefällt diese Unterscheidungen sehr gut, da der Blick allzu häufig rein auf der technischen Lösung liegt, was nach meiner Ansicht aber zu kurz gegriffen ist. Zur Bestimmung eures Innovationstyps sollt ihr folgende Fragen beantworten:

  • Worauf entfällt der größte Teil der Innovationen in eurem Unternehmen: Produkt-, Prozess- oder Serviceinnovation?
  • Wie bewerten potentielle Kunden veränderte Produkte, Prozesse und Serviceleistungen, und wofür ist er bereit zu zahlen?
  • Welches ist für dein Unternehmen die geeignete Kombination von Produkt-, Prozess und Serviceinnovationen?

 

Das angeführt Beispiel von Tetrapak ist in diesem Zusammenhang sehr passend: „…durch eine ausgereifte Kombination von neuartigen Verpackungsprodukten, durch firmenspezifische Verarbeitungsprozesse, (…) und durch gezielte Servicepakete an Unternehmen in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie… bietet Tetrapak eine einzigartige Leistungskonfiguration“. Dieses Beispiel zeigt, dass der Innovationserfolg immer häufiger nicht nur durch drehen einer einzigen Stellschraube möglich ist, sondern nur durch eine einzigartige Kombination in den genannten Bereichen.

Mein Vorschlag: Überleg euch in einem ersten Schritt wo euer Unternehmen in den Bereichen Produkt-, Prozess- und Serviceinnovation positioniert ist und stellt anschließend SMARTE Ziele auf wo ihr Morgen sein werdet!

Stage-Gate und Scrum – Ideale Ergaenzung oder Widerspruch?

Nach einem Gespräch mit meiner Kollegin Julia Schneider vom Forschungszentrum für Produkt- und Prozessengineering schreiben wir demnächst folgende Master Thesis aus. Wie ist eure Meinung dazu? Lassen sich Stage-Gate und Scrum auf einen gemeinsamen Nenner bringen?

Für viele Unternehmen sind innovative Produkte der beste Garant für Gewinn und Wachstum. Allerdings ist es eine komplexe und herausfordernde Aufgabe, hochwertige Produkte in kurzer Zeit zu entwickeln und erfolgreich auf dem Markt einzuführen.

Um diese Aufgabe angemessen bewältigen zu können, haben viele Unternehmen (ca. 50 % in den USA) ihre Produktentwicklung nach einem Stage-Gate-Prozess organisiert. Der Stage-Gate-Prozess zerfällt in wenige, meist fünf bis sieben Phasen, die sogenannten Stages. Ein entstehendes Produkt durchläuft nacheinander alle diese Stages von der Idee bis zur Markteinführung. Die Stages stellen sicher, dass alle erforderlichen Entwicklungsaufgaben in hoher Qualität durchgeführt werden. Zwischen den Stages finden die sogenannten Gates statt, bei denen ein Entwicklungsprojekt auf seine Attraktivität untersucht wird. Die Gates gewährleisten, dass unprofitable Projekte aussortiert und nur attraktive Projekte vorangetrieben werden. Durch die sequenzielle Anordnung der Phasen steht der Stage-Gate-Prozess zwar in dem Ruf, eher langsam zu sein. Der Vorteil dieses Prozesses ist aber, dass sich Entwicklungsrisiken besser beherrschen lassen, als es bei anderen Ansätzen der Fall ist.

In jüngster Zeit ist aber zu beobachten, dass sich in der Produktentwicklung agile und iterative Vorgehensweisen mehr und mehr durchsetzen. Scrum ist beispielsweise eine dieser agilen Methoden, die in der Software-Entwicklung zum Einsatz kommt. Scrum basiert auf der Grundannahme, dass eine Produktentwicklung sehr komplex und nur schwer planbar ist. Daher wird ein stark vordefinierter Prozess wie der Stage-Gate-Prozess es ist, von vorneherein abgelehnt. Stattdessen wird die Entwicklung Schritt für Schritt für jeweils überschaubare Entwicklungsaufgaben geplant, durchgeführt, überprüft und gegebenenfalls angepasst. Diese Zyklen von Planung, Durchführung, Überprüfung und Anpassung sind sehr kurz (meist ca. 4 Wochen) und wiederholen sich daher sehr häufig, bis eine Entwicklung abgeschlossen ist. Der Vorteil dieses Vorgehens in kurzen und häufigen Zyklen liegt darin, dass durch die vielen schnellen Feedbackschleifen ein intensiver Lernprozess stattfindet und auf auftretende Probleme unmittelbar reagiert werden kann. So wird es möglich, dass schnell, flexibel und produktiv entwickelt werden kann.

Es verwundert nun nicht, dass aufgrund der Vorteile viele Unternehmen versuchen, Scrum und den Stage-Gate-Prozess trotz ihrer Gegensätzlichkeit gemeinsam anzuwenden und zu integrieren. Offen ist in Theorie und Praxis aber die frage, ob diese zwei Ansätze zusammengeführt werden können, und falls ja, wie diese Integration aussehen könnte. Die Master Thesis soll einen Beitrag zur Klärung dieser Fragen leisten. Insbesondere soll ein Vorgehensmodell entwickelt werden, das – falls dies überhaupt möglich ist – beide Ansätze integriert.

Neue Plattform – Neues Design – Neue Inhalte

Der Frühjahrsputz im Innovationsmanagement 2.0-Blog ist hiermit abgeschlossen. Was erwartet euch?

  • Neue Plattform: Der Umzug auf die eigene WordPress.org Installation ist geglückt. Hiermit habe ich volle Kontrolle über alle wichtigen Bestandteile einer modernen Kommunikationsplattform. Angefangen beim RSS-Feed mit dem ihr ständig auf dem Laufenden bleiben könnt, sowie dem täglich aktuellen Newsletter direkt in eure Inbox. Schöne Verbesserungen im Detail stellen die Navigationshilfe am oberen Rand neuer Beiträge dar (Breadcrumps), sowie der Verweis auf ähnliche Beiträge am unteren Rand von allen Posts.
  • Neues Design: Das langweilige Standard-Wordpress Design ist Geschichte. Mit dem neuen Theme möchte ich euch auch was fürs Auge bieten. Natürlich spielt dabei der Usability-Aspekt eine große Rolle. Die wichtigsten Blog-Elemente, wie z.B. Suche und Top-Beiträge, sind direkt ersichtlich und helfen bei der übersichtlichen Navigation durch die Inhalte.
  • Neue Inhalte: Die bisherigen Beiträge haben großteils ein Update erhalten. Es gibt keine Beiträge mehr mit fehlerhaften Links, alles ist auf dem neuesten Stand. Insbesondere möchte ich auf die Beiträge der einzelnen PBL-Session hinweisen, die ich um zahlreiche Inhalte erweitert habe. Hier z.B. schöne Beiträge zu den Themen Open Innovation und Lead User.

Ganz besonders freue ich mich auf euer Feedback! Was ist gut? Was ist weniger gut? Was sind konkrete Verbesserungsvorschläge. Mein Ziel ist relevante Inhalte zum Themenbereich Innovationsmanagement 2.0 zur Verfügung zu stellen und euch damit für eure tägliche Arbeit zu inspirieren.

Innovationsmanagement 2.0 hat heute den 1. Geburtstag!

Heute genau vor einem Jahr habe ich den „Innovationsmanagement 2.0“ Blog ins Leben gerufen. Natürlich zeigt sich die Qualität eines Blogs beim Inhalt der Beiträge, dennoch ist ein wenig Statistik auch ganz spannend. Hier die aktuellen Zahlen zum Blog:

statistik2-im20

Bis Heute wurden die 69 Beiträge knapp 10.000mal aufgerufen, wie ich finde ein beachtlicher Erfolg. Die kontinuierliche Entwicklung der Besucherzahlen zeigt sich in folgender Abbildung:

statistik-im20

Der Höhepunkt bei den Besucherzahlen wurde im vergangenen November mit gut 1500 Besuchern pro Monat erreicht. Dezember und Jänner sind aus Erfahrung eher schwache Monate. Meine Studenten und ich werden jedenfalls dran bleiben und euch weiterhin mit Beiträgen rund ums Innovationsmanagement versorgen!

Top Suchbegriffe zum Innovationsmanagement

WordPress  bietet eine tolle Funktion mit der die Suchbegriffe gesammelt werden, mit denen das Blog „Innovationsmanagement 2.0“ in der Vergangenheit gefunden wurde. Somit entsteht ein toller Überblick, was bei den Lesern gerade aktuell ist bzw. nachgefragt wird:

top-innovationsmanagement

  • Innovationsprozesse“ sind in der Literatur eigentlich schon sehr umfassend abgehandelt, in der Praxis ist es offensichtlich ein wichtiges Thema. In zahlreichen Unternehmen sind aus eigener Erfahrung immer noch keine Innovationsprozesse, von der Idee bis zu fertigen Produkt, definiert.
  • Anforderungsmanagement“ habe ich dieses Jahr aus bekannten Gründen aus dem Programm genommen, dennoch ist die Nachfrage ungebrochen groß. Ich denke das hier besonders Leute aus dem Software-Bereich aktiv sind, die auf der Suche nach Hilfe sind.
  • Die „Open Innovation“ Thematik und die damit verbundene „Lead User“ Methode ist und bleibt mein Favorit, also nur weiter so!

Session 7 – Risikomanagement (Step 1-5) im WS2008/09

Tom DeMarco sprach:

Der wirkliche Grund warum wir Risikomanagement brauchen ist, nicht um Risiken zu vermeiden, sondern um fähig zu sein, bewusst Risiken einzugehen.
Quelle: Tom DeMarco, Bärentango

Vorab einige Definitionen, damit wir alle vom gleichen reden:

  • Risiko: Ereignis, von dem nicht sicher bekannt ist, ob es eintreten und/oder in welcher Höhe es einen Schaden verursachen wird.
  • Problem: Negative Abweichung vom Soll. Jedes Problem war vor seinem Eintritt ein Risiko.
  • Chance: Positive Abweichung vom Soll.
  • Krise: Akute Gefährdung des Ziels durch Probleme.

Hier die Ergebnisse aus Step 1-5:

session-7-risikomanagement-step-1-5-20081209

Download: Session 7 – Course Book „Risikomanagement“ [PDF]

Download: Session 7 – Protokoll „Risikomanagement“ (Step 1-5) [PDF]

Download: Session 7 – Protokoll „Risikomanagement“ (Step 1-5) [HTML]