“Interaktive Wertschoepfung” von Frank Piller als kostenloser Download
Ralf Reichwald und Frank Piller bieten ihr Buch "Interaktive Wertschöpfung"zum überwiegenden Teil als kostenlosen Download an. Nachdem ich mir die sehr umfangreiche Leseprobe (392 Seiten) angesehen habe, war für mich klar, dass ich die gedruckte Fassung von "Interaktive Wertschöpfung. Open Innovation, Individualisierung und neue Formen der Arbeitsteilung" anschaffe. Darin wird wissenschaftlich fundiert sehr gut erklärt wie sich neue interaktive Formen arbeitsteiliger Wirtschaft entwickelt haben (Open Innovation, Mass Customization). Die angeführten Beispiele aus der Praxis ergänzen das Bild um einen wichtigen Teil.
Persönlich finde ich es bewundernswert, dass man nicht nur schreibt was man denkt, sondern dies auch in der Praxis umsetzt. Sich gegen/mit einem etablierten Verlag wie Gabler für eine solche Form der Veröffentlichung zu entscheiden ist alles andere wie gewöhnlich. Kann nur sagen weiter so!
30 akademisch ausgebildete Innovationsmanager
Wie der Standard erst kürzlich berichtete, graduieren an der Fachhochschule "Campus02" in Graz die ersten 30 akademisch ausgebildeten Innovationsmanager. Besonders interessant finde ich diese Aussage:
"Wir stellen fest, dass Personen, die zwischen Technik und Wirtschaft vermitteln und interdisziplinäre Teams leiten können, am Stellenmarkt zunehmend nachgefragt sind. Auch wenn die Berufsbezeichnung "Innovationsmanager" derzeit noch neu ist, erledigen schon jetzt viele Mitarbeiter Aufgaben, die mit diesem Begriff treffsicher beschrieben werden können", so Cornelia Steiner, Geschäftsstellenleiterin von Hill Woltron Graz.
Das die Rolle des "Innovationsmanager" noch sehr schwer zu fassen ist, zeigt sich auch in der Diskussion zu Session 1 "Aufgaben des Innovationsmanagements". Wobei ich mir sicher bin, dass diese Rolle zunehmend an Bedeutung gewinnen wird, da gerade in interdisziplinären Projekten die Schnittstellenproblematik offensichtlich ist. Auf der anderen Seite ist gerade die Vermittlung zwischen den Welten Technik und Wirtschaft eine unheimlich reizvolle Aufgabe!
Fortfuehrung der Lehrveranstaltung
Die Lehrveranstaltung "Innovationsmanagement 2.0" wird auch kommendes Semester wieder stattfinden! Somit könnt ihr euch auch weiterhin auf spannende Beiträge rund um das Thema Innovationsmanagement freuen. Natürlich sind zahlreiche "Innovationen" für das kommende Semester in Planung
Evaluation der Lehrveranstaltung “Innovationsmanagement 2.0″
Wie beim Feedback zu Session 6 angekündigt, stelle ich nach Abschluss der Lehrveranstaltung das gesammelte Feedback online. Dabei ist das Feedback jeder einzelnen Session enthalten, welches ich in Form einer KVP-Liste (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) zusammengetragen habe. Die folgenden Fragen wurden an die Teilnehmer gerichtet:
- Was war an der jeweiligen Session gut?
- Was war weniger gut?
- Welche Maßnahmen leiten sich daraus ab?
Diese vereinbarten Maßnahmen sind hier einsehbar: KVP-Liste (Stand 14. Juli). In Ergänzung zu meinen Ausführungen in "Feedback zu Session 6" möchte ich einige Erkenntnisse aus der Evaluation herausarbeiten bzw. kommentieren.
- "Die Abwechslung macht's", der Wechsel zwischen verschiedenen Lehr- und Lernformen hat sich eindeutig bewährt und ist aus meiner Sicht in Zukunft verstärkt auszubauen. Neben der PBL-Methode habe ich zwei Gastvorträge, kurze Video-Sequenzen und Podcasts in den Unterricht einfließen lassen. Weitere Anregungen sind jederzeit erwünscht!
- Positiv bewertet wurde die Zuordnung von Name und Foto zu Beiträgen der Teilnehmer (z.B. bei Podcasts oder Protokollen). In diesem Zusammenhang ist meine Interpretation folgende: Kooperative Arbeitsformen wie beispielsweise Projektarbeit werden als sinnvoll erachtet, dennoch ist die individuelle Beurteilung und Würdigung von Leistung erwünscht. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass sich ein "zu viel" an Projektarbeit und entsprechender Teambeurteilung negativ auf die Motivation auswirkt. Nach dem Motto: "Toll Ein Anderer Macht's (TEAM)".
- Außerdem wurde eine Audioaufnahme von Step 7 angeregt. Ich könnte mir diese Maßnahme sehr gut vorstellen, jedoch nicht anstelle eines Podcasts. Dieser bringt den Vorteil, dass sich Teilnehmer mit der Arbeit bzw. dem Protokoll eines Kollegen beschäftigen müssen und daraus eine (unterhaltsame) Produktion gestallten müssen. Der dabei entstehende Lerneffekt ist aus meiner Sicht nicht zu unterschätzen.
Moderationstipps fuer PBL
Im Rahmen der letzten Feedbackrunde wurde ich gebeten einen Beitrag mit Moderationstipps zu verfassen. Hier einige Anregungen:
- "Visualisieren. Präsentieren. Moderieren
" target="_blank">Visualisieren. Präsentieren. Moderieren" von Josef Seifert ist mein persönlicher Literaturtipp zur Moderation. Hierzu sind auch zahlreiche Exemplare in der FH-Bibliothek erhältlich.
- Ein komplettes eBook stellt Luzian Ruch von der AOC Partner AG kostenlos zur Verfügung: Selber moderieren! Einige Tipps
- Die Knill+Knill Kommunikationsberatung hat unter dem Titel "Moderieren-aber wie?" einen kurzen, knappen Leitfaden zum Thema verfasst.
- Im Problem Based Learning Leitfaden der FH Vorarlberg sind auf Seite 13-14 wichtige Aufgaben des Gesprächsleiters enthalten, hier ein kurzer Auszug:
- Tagesordnung festlegen
- Prüfen, ob Absprachen eingehalten wurden
- Einleitung zu den entsprechenden Themen
- Auf die Zeit achten
- Das Wort erteilen, damit jedes Gruppenmitglied zum Zug kommt
- Strukturierung der Sitzung durch regelmäßige Zusammenfassungen
- Eingreifen, wenn vom Thema abgeschweift wird
Weitere Anregungen bitte als Kommentar hinterlassen...
8. Lehrbeauftragtenkonferenz für Transdisziplinäre Lehrveranstaltungen
Auf der diesjährigen Lehrbeauftragtenkonferenz für Transdisziplinäre Lehrveranstaltungen am 25. Juni 2008 wurde ich aufgefordert Feedback zu meiner Lehrveranstaltung "Innovationsmanagement 2.0" zu geben. Hier ein Auszug aus dem Protokoll:
FRITZ Patrick - FP
Innovationsmanagement 2.0
Ziel dieser LV war es, den Studierenden Schnittstellen zwischen Technik und Wirtschaft näher zu bringen. FP zeigt sich von den Studierenden begeistert. Unterrichtsergebnisse wurden direkt veröffentlicht, dzt. ca. 100 Besucher/Tag - hier ebenfalls gutes Feedback (http://innovationsprojekt.com/). Die TN kamen aus den Studiengängen Mediengestaltung, Mechatronik und Betriebswirtschaft; auch Incomings waren dabei. Die Blockveranstaltung hat sich gut bewährt, Niederschlag auch in erfreulich hohen Anwesenheitszahlen. Die Studierenden waren gut vorbereitet. Der Unterricht war PBL-mäßig aufbereitet (gute Vorarbeit zusammen mit Gunther Olsowski!). Im WS 2008 wird FP wieder die TLV "Innovationsmanagement 2.0" abhalten.
Innovation und Technik
Dem Beispiel von Lina und Juliane folgend, hat Mirjam einen Blog-Beitrag zum Thema "Innovation und Technik" verfasst:
Technische Innovationen werden weitgehend von der Mikroelektronik bestimmt, sie bildet die Basis für die meisten technischen Entwicklungen, vom PC über Steuerungen, Nachrichtentechnik bis hin zur Autoelektronik. Die rasante Entwicklung beeinflusst alle technischen Bereiche.
So entwickelt sich die Speicherkapazität in den letzten 15 Jahren um den Faktor 1000 bei weitgehend gleichbleibenden Kosten pro Chip. Hand in Hand mit der Speicherentwicklung geht auch die Entwicklung der Prozessorleistung. Hier zeichnet sich eine Steigerung um den Faktor 100 ab.
Mit den derzeit bekannten Technologien lassen sich deutliche Steigerungen in Packungsdichte und Geschwindigkeit erzielen. Bei dieser Entwicklung drängt sich die Frage auf, wo die Grenzen sind. In Forschungslaboren wird an der sogenannten Single- Device- Technologie gearbeitet. Dabei wird versucht ein Speicherelement mit nur einem Elektron zu realisieren. 1970 waren dazu noch 10Millionen Elektronen notwendig, heute kommt man mit 10.000 aus. Sollte es gelingen mit einem Elektron auszukommen könnten Speicherbausteine mit einem Terabit realisiert werden. Bisher bekannte Technologien sind dann ausgereizt, aber es ist nicht gesagt, dass man mit anderen Verfahren und Speicherstrukturen nicht noch weitere Schritte in Richtung höherer Speicherdichte und höherer Prozessorleistung machen kann.
Heute wird häufig von der Informations- oder Wissensgesellschaft gesprochen. Dabei greifen wir zurück auf eine Untersuchung des sowjetischen Wissenschaftlers Kondratieff, die von Leo A. Nefiodow vorgestellt und um einen Zyklus, den fünften Kondratieff, ergänzt wurde. Kondratieff weist nach, dass es lang anhaltende Wirtschaftszyklen gibt, die von einer neuen Technik bestimmt sind und die vorhergehende Technik ablösen. Damit reduzieren sich auch die Arbeitsplätze der alten Technik und werden durch neue ersetzt So löste das Industriezeitalter die Landwirtschaft ab und wird nun vom Informationszeitalter verdrängt. Die Hoffnung, die in dieses Modell gelegt wird, besteht darin, dass die Arbeitsplätze, die durch Rationalisierung und Automatisierung wegfallen, durch neue Arbeitsplätze der Informationsgesellschaft ersetzt werden. Wenn wir zurücksehen, dann erkennen wir, wie viele Arbeitsplätze durch Software und bessere Hardware ersetzt wurden.
Wir müssen also davon ausgehen, dass sich die Struktur unseres Arbeitsmarktes ändert und uns auf diese veränderte Situation einstellen. Dabei werden laufend neue technische Berufe definiert. Diese Berufe verlangen allerdings eine relativ hohe Qualifikation. Technologische und wirtschaftliche Entwicklungen führen aber nicht nur zu Arbeitsplätzen mit anderen Qualifikationen, sondern durch Änderungen in den Organisationen auch zu neuen Formen der Arbeitswelt. Die Informationsgesellschaft führt auch zu einer Veränderung der Arbeitswelt, der Firmenorganisation und somit der Arbeitsplätze.
Diese Veränderungen der Märkte führen in den Unternehmen zu einer Veränderung im Verhalten, während früher Produkt- und ingenieurorientiert gedacht wurde und Kapazitätsbeschaffung sowie Aufbau von Produktionsmitteln und Logistik die wesentlichen Aufgaben waren, muss heute vor allem markt- und kundenorientiert agiert werden. Marktanforderungen wie Bedürfnisse, Probleme und Wünsche unserer Kunden, marktorientierte Gestaltungsinstrumente sowie Problemlösungen und Kundennutzen treten immer mehr in den Vordergrund. Zunehmende Konkurrenz und globale Märkte mit unterschiedlichster Ausprägung zwingen uns dazu, immer schneller und marktnäher zu handeln. Die Notwendigkeit, schnell und flexibel zu handeln, und zwar global mit Ausrichtung zum Kunden, führt zwangsläufig zu einer Veränderung der Organisation und der Unternehmenskultur. Man geht zunehmend weg von der starren, funktionsorientierten Organisation zu einer flexiblen Form, die mehr nach Projekten orientiert ist. Viele Firmen befinden sich sogar bereits auf dem Weg zur nächsten Stufe, bei der einzelne Gruppen oder Mitarbeiter nur noch temporär zu Projekten zusammengeschlossen sind. Die Zusammenarbeit ändert sich dabei rasch je nach Anforderung. Es können die unterschiedlichsten Mitarbeiter, Firmenteile oder auch verschiedene Firmen lokal oder über Netz für eine bestimmte Zeit ein virtuelles Team bilden.
Für diese Arbeitswelt benötigen Mitarbeiter die Fähigkeit zum selbständigen, lebenslangem Lernen, Bereitschaft zur Eigenverantwortung und die Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten.

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